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Tag 1: Landung im Jurassic Park

Unsere Reise nach Galapagos begann mit der Fahrt zum Flughafen. Leider, dummerweise, wurde einen Tag vorher meine Kamera geklaut. Das ist ein superschlechtes Timing gewesen, mich ausgerechnet dann zu beklauen. Hätte man ja auch mal nach Galapagos machen können (NACHDEM ich die Bilder überspielt hatte), naja, so begann unere Reise unter unschönen Bedingungen, Retos und meine Handykamera musste also herhalten (die Bilder, wie ihr nachher sehen werdet, sind aber, meiner Ansicht nach, relativ akzeptabel...).Nachdem wir dann am Flughafen noch eine Galapagos ID-Karte gekauft haben (die direkt nach der Landung wieder gelocht und als ungültig erklärt wurde - hatte wohl nur den einen Zweck: Geld aus Touristen zu pressen), ging es dann los: Ab nach Baltras!

Wir landeten auf Baltras, und ich fühlte mich direkt außerhalb der Erde. Die Landschaft war karg, kaum bewachsen. Nur einzelne buschähnlichen Bäume reckten sich in weiß in den Himmel.


 Dann setzten wir mit der Fähre nach Santa Cruz über, unser Guide Caesar schon bei uns. Dann ging es noch in die größte Stadt der Insel, Mittagessen und den Rest der Truppe kennenlernen. (Insgesamt waren wir zu acht). Und schließlich ging es dann noch zu unseren Freunden, den Schildkröten! Das war ein wenig wie im Jurassic Park, in der Szene als Alan Grant aussteigt um nach dem kranken Triceratops zu sehen. Denn neben dem kleinen Trampelpfad, den wir zu dem Schildkrötenpark unternahmen, stand eine kleine Schildkröte (Tortuga) und kaute ruhig vor sich hin...

Schon eindrücklich. So riesig und friedlich wie es da vor sich hinkaute. Insgesamt können Schildkrötenmännchen 200 Jahre alt werden, die Weibchen nicht so alt. Und jedes Jahr wachsen sie ein klein wenig mehr und werden größer und größer. Probleme gibt es natürlich, wenn so ein immer größer werdendes Männchen plötzlich auf der Straße steht. Und das kann dauern bis es sich davon bewegt. 20 Kilometer können sie am Tag zurücklegen. Was war also zu tun, als die Riesenschildkröte plötzlich vor uns auf der Straße stand, und einfach nicht wegwollte. Mit dem Jeep einfach drüberfahren und hoffen, dass der Panzer das aushält? Wohl eher nicht. Also trugen wir dieses Dingen zu viert von der Straße runter, 200 Kilo oder so? War schon komisch, einfach dieses Tier anzufassen und wegzutragen. Insgesamt gibt es noch 11 Arten auf Galapagos, ursprünglich waren es mal 14, aber sie fielen den Piraten, die sie für das Öl jagten oder Vulkanausbrüchen zu Opfer. Bald werden es wohl auch nur noch 10 sein, wenn der Lonesome George, der in einer Rettungsstation auf ein Weibchen seiner Art wartet, stirbt. Aber ein Weibchen ist nicht in Sicht. Es sind wohl alle ausgestorben...

Dass es aber bei anderen Arten besser aussieht, konnten wir danach bestaunen. Bis zu fünf Stunden kann die Fortpflanzung dauern. Das Männchen hat hierfür eine Kule in seiner Bauchplatte, in die die (meist kleinere da jüngere) Schildkrötendame passt. Dazu klettert das Männchen aufs Weibchen und röhrt. Und das wars. So irgendwie.



Ansonsten verlief der Tag eher ruhig. Abends sind wir schließlich in Santa Cruz aufs Boot gestiegen, aber der Seegang, der war schon nicht mehr schön... Zwei unserer Begleiter ließen das Essen auch erstmal stehen, um sich dann doch lieber mal an der frischen Luft zu erfrischen. Und... Naja, sie waren halt seekrank, der Rest erklärt sich ja dann von alleine...

Tag 2: Von der ScienceFiction-Kulisse zur Blauen Lagune

Über Nacht ging es dann weiter, zur Isla Rábida. Wir setzten nach einem kleinen aber feinen Frühstück über, und liefen ein wenig am Strand entlang, durch die Felsen, an einem giftgrünen See entlang. Die Hänge der rostroten vulkanischen Hügel waren bewachsen mit weißen Bäumen des Galapagos-Balsambaums, dessen Harz wie Weihrauch riecht...


Dazu ein wenige grüne Pflanzen machten das Farbenspektrum sehr verwirrend, es wirkte einfach komplett surreal, wie in einem kleinen (schlechten) ScienceFIction-Films. Vor allem dieser grüne See...


 
Warum der See so grün ist? Früher lebten in diesem See meine pinken Freunde, die Flamingos. Die sind aber umgezogen, nachdem die Nahrung ihrer Nahrung gestorben ist. Als nächstes starb ihre Nahrung. Und schließlich zogen sie weiter. Der Grund für diese Sterbewelle? Die anderen Bewohner des STrandes, die bei unserem Besuch nur gelangweilt den Kopf hoben, wenn überhaupt, und ansonsten weiter einfach nur am Strand rumlümmelten: Die Seelöwen. Sie nutzten den See als großes WC. Daher auch der starke Ammoniak-Geruch...



Der hier hat sich aber tatsächlich mal bewegt. Es war schon unheimlich wie nahe man den kleinen Tierchen kam. Nur anfassen durfte man sie nicht, später am Tag unternahmen wir dann eine kleine Schnorcheltour. Und haben schließlich auch etwas mit den Seelöwen gespielt. Unter Wasser.

Nach dem Mittagessen ging es dann weiter, um Isla Santiago herum (Ich glaube, wir sind erst in den Westen der Insel gefahren...) Dort sahen wir dann einen kleinen Haufen Meerechsen. Da es aber leider so kalt war am Vormittag, bewölkt und so, hingen die Reptilien faul und träge auf dem Felsen. Und nicht im Wasser.

 Sind die einzigen Reptilien, die amphibisch leben. Und Algen fressen. Und auf einer anderen Insel gibt es diese schwarzen Viecher auch in rot und in grün. Schließlich landeten wir aber auf der vorgelagerten Insel, glaube ich. Und wo am Vormittag der Strand nach einem fremden Planeten aussah, sah der Strand aus wie der perfekte Strand der blauen Lagune.


Ein nahezuh weißer Sandstrand, in Abschnitte unterteilt von schwarzem Lavagestein und dazu der türkisfarbene Pazifik...

Auch hier räkelten sich die trägen Seelöwen, und röhrten nach ihrer Mutter, Hunger! Manche fanden ihre Mutter, andere nicht und wurden von den falschen Müttern vertrieben.

 Auch wenn die Viecher total zutraulich waren, sehr nahe und röhrenderweise an einen herankamen (vielleicht war man ja die gesuchte Mutter?), durfte man sie nicht anfassen.

Anstrengend ist das Seelöwenleben...


Nach dem Strandaufenthalt ging es ins Hinterland der Insel, in die Vulkanlandschaft.

Wir sahen schwarze Steinformationen, seltsame Muster, die die Lava mit einem VanGogh-ähnlichen Duktus (aha, ich hatte Kunst im Abi) für die Ewigkeit hinterlassen hat.  Die Galapagosinseln nämlich sind allesamt vulkanischen Ursprungs, ihre Entstehung verdankt sie einem HotSpot (Ansammlung von Magma im Erdmantel) und dem Aufeinandertreffen der Kontinentalen Platte Südamerikas und einer anderen. (Fachbegriffe und Namen sind grad nicht so leicht abrufbar...) Und auf dem kargen Lavagestein tummelten sich Meerechsen und Krabben.

 

  Hier sieht man auch schön den künstlerischen Duktus. Und die rote Krabbe. Schon krass, wie nahe man den ganzen Tierchen kommen konnte... Die kaum Scheu zeigten und sich fast anfassen ließen... (Im Gegensatz zu dem Krabbengedöhns, das man sonst wo trifft...) Anschließend gingen wir auch noch einmal schnorcheln, und abends wurde es wieder gemütlich unter einen offenen Himmel voller Sterne. So komplett ohne Lichtverschmutzung und so...


Tag 3: Wasser, Feuer und Steine (und Vögel)

Über Nacht lagen wir dann vor einem der touristischsten Plätzen der Inseln vor Anker, vor der Insel Bartholome mit ihrem großen, spitzen Felsen.

Hier ging es dann auch zu den Brutplätzen der Pelikane. Ziemlich nah dran. Die Elterntiere waren nciht dabei, sie waren Futter holen...

 (Zwar von einem anderen Tag, aber so sehen sie in groß aus)


Am Tag gingen wir dann auf die Insel Santiago. Hier konnte man sehen, wie aktiv die Vulkane tatsächlich noch sind. Wie sich frischeres Lavagestein wie ein Fluss durch die Landschaft zog, da die Lava mal wie ein Fluss durch die Landschaft floss... (An einer weit entfernten Stelle sah man sogar den "alten Strand", ein paar Sträucher, hellgelber feiner Sandstrand - eingeschlossen und abgetrennt vom Meer von schwarzem und frischem Lavagestein...)


Wenig Vegetation gab es hier, nur einzelne Pionierpflanzen bevölkerten das schwarze Vulkangestein. Wie hier dieser kleine Kaktus, der angeblich zu Vollmond blüht und dessen Blüte sehr hallizunogen sei. Leider waren wir tagsüber da... Und kein VOllmond weit und breit...

 Dann bestiegen wir schließlich noch die Insel Bartholome, den höchsten Vulkan auf der Insel (der allerdings bereits erloschen war...). Man sah Nebenkrater, Hauptkrater und viele viele Lavatunnel (Die Lavatunnel werden in den Städten auch als Kanalisaton benutzt, angebohrt und rein damit...)

Beim Schnorcheln sahen wir schließlich noch einem kleinen Galapagospinguin bei der Jagd zu. Schon putzig. Kamen auch fast auf Anfassreichweite auf uns zu. Drehten dann aber immer wieder ab und stürzten sich auf den nächsten Fischschwarm. Der Galapagospinguin ist der nördlichste Vertreter seiner Gattung, und der kleinste. Beim Schnorcheln sahen manche wieder zwei Haie, ich aber immerhin noch einen Seelöwenbullen. Nachmittags machten wir uns dann schließlich auf den Rückweg.

Tag 4: Die Rückkehr der Vögel

Der letzte Tag war eigentlich nur ein Vormittag, wenn nicht nur ein Morgen, nachdem wir zu Sonnenaufgangszeiten aufgestanden sind, hieß es noch mal ausfahren, auf die Insel Seymour. Ziemlich früh, was zwei Gründe hatte: Zum Einen ging unser Flieger schon am Mittag, zum Anderen: Die Seehunde sind nachtaktiv, und verkriechen sich tagsüber irgendwo. So haben wir sie leider nur in einer kleinen Ritze gesehen. Zwschen den Klippen aus schwarzem Vulkangestein. Aber immerhin: Vögel haben wir viele gesehen.


Fregattenvögel und Blaufusstölpel vornehmlich. Beide beim Nisten. Leider haben die Tölpel nicht getanzt. Es haben nur Einzelne ab und an mal die blauen Füße in die Luft gereckt. Schon putzig. Hier ein Fregattenvogel... Vorher:

und nachher in aufgepumpt um Revier zu verteidigen, zu Paarungszwecken etc.


Hier ein kleiner Tölpel...  und hier gleich noch einer...

 Der weiße Kreis markiert die Brutstätte... Man sieht aber leider auf den Fotos das blau nicht so gut...

 

 Auf der Flughafeninsel Baltra schließlich verabschiedeten sich die Seelöwen noch von uns. Schlafend. sie lagen auf den Bänken. Ich werde sie vermissen...

Der Abschied war schon schwer... Besonders da wir die Tölpel nicht haben tanzen sehen...Aber immerhin haben wir uns Tshirts mit tanzenden Tölpeln gekauft, ist ja fast so gut. Die Tour hat sich aber dennoch gelohnt, trotz der Kürze und des Preises...




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