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Von Stroh und Hüten

Reisebericht vorgezogen (Cuenca)

Aus Stroh geflochten ist das wohl der Exportschlager Ecuadors, neben Bananen, aber die sind ja nicht sonderlich aufregend. Der Panamahut, denn er kommt, obwohl es der Name suggerieren könnte, nicht aus Panama, sondern aus Ecuador. Und die Hauptstadt der Panamahutindustrie ist wohl das kleine Cuenca, die drittgrößte Stadt Ecuadors, und, wie ich finde, eigentlich die Schönste, sieht etwas aus wie Quito (ist auch Weltkulturerbe), ist aber um Einiges ruhiger. Und sicherer.

Zu sehen gibt es hier, wie ja scheinbar überall in Südamerika, vor allem Kirchen. Aber neben Kirchen auch noch ein kleines Hutmuseum, dort wurden wir dann eingeführt (in etwas Englisch und mehr Spanisch) in die Kunst des Hutmachens. Nachdem man zunächst Blätter der Toquilla-Pflanze pflückt, kocht und aufhängt. Dann wird es über Schwefel geröstet, wobei es dann seine typische weiße Farbe erhält. Dann werden die Blätter zerrissen, je feiner, desto teurer der Hut (ein Hut des Qualitätsmerkmals superfino kann dann auch schonmal vierstellig werden. Herstellung dauert dann statt 8 Stunden - ein normaler Hut - mal gerne 8 Tage oder länger... dann lässt sich die Textur des Hutes auch nicht mehr erkennen) und dann gewoben, in Form gebügelt, mit Wasserdampf etc.... Dann wird zur Trocknung und Festigung noch Schwefel hineingehämmert... Undankbar wie wir waren kauften wir dann im Museum keinen Hut. Man konnte nämlich nicht mit Karte zahlen.

Gingen wir also weiter, zu einer Straße an der verschiedene Hutmacher waren. Laut Lonely Planet auch einer, der schon seit seinem 8. Lebensjahr Hüte fertigt und verkauft. Ein kleiner Zwerg mit Halbglatze, der nur noch eine sehr dünne und leise Stimme hatte (wahrscheinlich etwas am Kehlkopf) Und inzwischen dürfte er über 80 sein. Ein putziger kleiner Kauz. Als wir reinkamen, stürmte er direkt auf uns zu, deutete auf Hüte in der Vitrine, dann auf meinen Hut, und versuchte sich leise zu verständigen. Eigentlich unschlüssig, witterte er direkt sein Geschäft und schleppte uns direkt mit nach oben (nachdem mir unten kein Hut passte). Ein paar Treppen rauf und schon waren wir in seinem Lager. Und da war alles voller Hüte, auf dem Boden gestapelt, sie hingen an der Wand, türmten sich auf den Tischen... Und dann wühlte er sich durch, setzte mir einen Hut nach dem anderen auf, bis mir einer passte, für 30 Dollar. Allerdings hatte er ein Lochmuster an der Seite, und das wollte ich nicht. Hat er also weiter gesucht. Und schließlich einen gefunden. Aber für 40 Dollar. Wollte ich aber auch nicht. ich wollte einen für 30! (Eigentlich wollte ich nur einen für 20, ich hatte ja auf Galapagos schon einen gekauft) Irgendwann hat er mir dann den für 30 gegeben. Was für ein Geschäft gemacht, ich bin schon ein Geschäftsmann.

Hier ist der gute XX (Name wird nachgetragen, sobald ich ihn weiß in seinem kleinen Lager. 

Jetzt bin ich also ein stolzer Besitzer eines Panamahutes. Aber zurück zum Hut.

Warum er so heißt? Und nicht Ecuadorianischer Strohhut?! Dazu gibt es verschiedene Theorien. Eine der THeorien: Als der Panamakanal gebaut wurde trugen die Arbeiter und INgenieure, zum Schutz gegen die brennende Sonne, den Hut. Und importierten ihn schließlich nach Europa. Oder Roosewelt hat ihn getragen, als er die Arbeiter am Panama besucht hat, und ein Foto machte den Hut weltbekannt. Vorher sei er unter dem Namen Jipi-Japa-hut bekannt gewesen. Klingt ja auch nicht so gut wie Panamahut. Oder wie Ecuadorhut. Das ist nämlich eine andere Theorie, dass dahinter einfach Vermarktungsstrategien steckten. Panamahut klingt einfach am besten von allen möglichen Varianten.

Ja, wie auch immer. Ich habe jetzt einen. Wie unzählige andere berühmte Träger, beispielsweise THomas Mann, die den Hund bekannt gemacht haben... yeah! Und meiner war sogar handgearbeitet... Und dann noch supergehandelt. Achja, die Farbe des Bandes hat keinerlei Bedeutung. Schwarz ist klassisch, die anderen Varianten sind halt nur Schmuck.

30.7.09 05:59
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Miss C. (30.7.09 08:28)
Der gute Mann heißt Alberto Pulla, und laut Lonely Planet macht er sogar schon Hüte seit er sechs ist! (das müssen eine ganze Menge Hüte in seinem Leben gewesen sein...) Übrigens hast Du die schöne Geschichte mit dem SPIEGEL vergessen, die wäre es doch vielleicht wert noch nachgetragen zu werden...

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