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Von Toten und Termiten


Seit meiner Irlandexkursion vor ein paar Jahren - wie lang mag das schon her sein? Drei Jahre... - bin ich ja begeisterter Friedhofsvolkskundler. Da war das natürlich praktisch, dass Guayaquil auch einen Friedhof hat. Das kommt natürlich jetzt nicht sonderlich überraschend, ich schätze mal es gibt wenig Städte die keinen Friedhof haben...)

Kommt man rein, betritt man den Friedhof, der direkt an einer großen Hauptstraße liegt, öffnen einem die Wachmänner. Und man muss einen Ausweis vorweisen können. Scheinbar tummeln sich auf dem Friedhof acuh gerne Drogensüchtige und Räuber, also heißt es hier auch: Vorsicht. Nciht zu offensichtlich mit der Kamera rumwädeln etc.. Der Friedhof selber war auch eine Erfahrung. Übereinander gestapelt liegen dort die Grüfte. 

Mehrere mit Blocks vergleichbare Viertel von hochaufragenden quadratischen Gebäuden bestimmen das Bild. Hinter jedem dieser kleinen Öffnungen, die mit Grabplatten verschlossen wurden, verbirgt sich ein Sarg. Einige haben noch Besuch bekommen, schwarze Linien durchzogen Teile des Marmors oder des Steins. Termiten suchen sich ihren Weg zu den unbehandelten Sarghölzern. Von den Grabplatten waren viele noch mit Blumen dekoriert; zu den weiter oben liegenden musste man natürlich  klettern.

Hier sieht man ganz gut, welche Dimensionen das Ganze annimmt. Hinten wird schon angebaut. Aus Platzmangel muss man noch in die Höhe ausweichen. Wir haben auch aus der Ferne eine kleine Beerdigung gesehen, mit Musik und ohne schwarze Kleidung. Ist immer wieder seltsam, wie sehr sich die eigene Kultur vor solche Wahrnehmungen schiebt. Mariakas Mutter, mit der wir da waren, bot uns an, dass wir uns doch dazustellen sollten, um uns das Ganze mal ein wenig anzuschauen. Schließlich sollten Verena und ich noch vor einem Grab posen. Das kam mir dann auch ein wenig komisch vor. Aber wie man als VOlkskundler weiß, es gibt verschiedene Wege mit dem Tod umzugehen.

Das Gefälle zwischen Arm und Reich, das nebeneinander von Armut und Reichtum, das so typisch für Ecuador ist, spiegelt sich auf dem Friedhof wieder. Hier die hochaufragenden Nekropolen, direkt daneben große Familiengrüfte, die sehr prunkvoll ausgestattet sind. Kleinere und größere Gebäude, die meistens mit Gittern verriegelt sind.

Und zu guter Letzt gab es noch andere Besucher des Friedhofs, erblickt kurz vor dem Hinausgehen. Was immer die da auch fressen.


11.6.09 20:01
 


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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


rike (12.6.09 10:17)
Uh, ich mag auch nicht wissen, was die Katzen da fressen. o_O Was für Musik haben die denn da gespielt, war es denn einigermaßen traurige Musik oder auch das nicht? Finde ich auch interessant, wenn man sieht, wie in anderen Ländern Beerdigungen ablaufen. Ich kann Dir bezeiten auch gern noch mal einen Vortrag über die Bestattungsriten im Griechenland der Antike halten. *g*


Daniel selber (14.6.09 04:20)
Ja, dann können wir ja einen Vergleich zwischen Bestattungsriten in Ecuador und im alten Griechenland anstellen. Ich werde nochmal hin und mir alles genau anhören... Weiß leider grad gar nicht mehr, was da für Musik gespielt wurde...

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