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Was Bananen mit Mentalität zu tun haben...

In manchen Momenten denk ich mir, ich bin einfach zu deutsch. Aber eigentlich, so schlimm finde ich das gar nicht. Woran ich das merke? Naja, ich bin verhältnismäßig pünktlich (für hiesige Verhältnisse), sonderlich ordentlich bin ich zwar immer noch nicht, aber versuche immerhin sauber zu sein, und dreckige Sachen mag ich nicht. Aber wo mir meine "deutsche Seite" besonders auffällt, ist in meiner Planungswut. Die Mami Chula hat sich hier schon besser angepasst (ist aber auch hier geboren, hat nur ne zeitlang in Deutschland gelebt):

Lebt von Tag zu Tag, ab und an mal essen, dann immer von Bett zu Bett laufen, sich hinlegen und einfach alle Viere von sich strecken. Halt ein kleines typisches Katzenleben. Aber Ich glaub selbst nach zehn Jahren Leben in Ecuador würde ich noch als Deutscher auffliegen. Ich wüsste halt schon gerne was ich am nächsten Tag mache, am liebsten sogar, was ich in einer Woche oder einem Monat mache. Und das dann bitte (mehr oder weniger) fest machen, zumindest eine grobe Richtung. Aber mir wird hier jegliche Planung verboten.

Stellt sich natürlich die Frage, oder sie ließe sich stellen, warum sind wir da alle so unterschiedlich? Wenn man hier von kulturellen Charakteristika sprechen kann, das nicht nur bloße Stereotype sind? Ich sag jetzt mal, das ist so und spreche allgemein davon, dass die Deutschen immer etwas penibler sind, mehr planen, aber auch Fremden gegenüber distanzierter sind, während die Ecuadorianer halt auch gerne unpünktlich, vielleicht sogar fauler sind. Dafür sind sie aber auch freundlicher und offener, nehmen das Leben wie es kommt - und nehmen auch die Leute freundlich und offener an, die das Leben mit sich bringt. Kollegin Ingeborg wurde mal von einer Schülerin gefragt: "Warum sind die Deutschen so?" Ihr Erklärngsansatz: Das Wetter. (Rückt es das Ganze jetzt zu sehr in Richtung Klimatheorie?) In Deutschland musste man halt immer vorsorgen, um im harten Winter nicht zu verhungern. Vorräte anlegen, rationieren und planen um durch den Winter zu kommen. Aber hier in Ecuador ist es halt anders: Es gibt keinen Winter, es ist immer warm und sobald man einen Samen nur auf den Boden hat fallen lassen, sprießt auch bald schon der Baum in die Höhe. Ohne das man ein Gewächshaus drum bauen müsste, so - ohne irgendein zutun - "wachsen den Leuten hier die Bananen halt einfach in den Mund!" (Kollegin I.)

Fand ich eigentlich ein sehr schönes Zitat, ob es nun so einfach erklärbar ist, oder nicht. Aber bei diesen Temperaturen möchte man auch einfach mal sitzen und liegen bleiben und sich nicht bewegen... Und wirklich warten bis einem die Mango in den Mund fällt (Wobei der blöde Mangobaum natürlich nur während der Regenzeit Früchte trägt!)...

26.5.09 05:39
 


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bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


rike (26.5.09 20:39)
hmmm, ja, und die spanier und überhaupt südländer sind alle generell temperamentvoller, weil die von der sonne immer ganz hitzig werden! das klingt für mich durchaus schlüssig! *grins*
und mangos sind auch tausend mal besser als olle bananen. aber sie darf dir nicht in den mund *fallen*, sie muss hinein*wachsen*! soviel gelassenheit muss sein. ^^


Matthias (29.5.09 08:47)
Oho! - Zum Thema "Auswirkung des Wetters auf die Mentalität und Kreativität" könnte ich dir auch nen schönen kunsthistorischen Vortrag halten! - So im Sinne von: Die Kunst der alten Griechen und Italiener war sowieso viel besser. Denn: Man hat ja Sonne. Und viel Sonne = gute Kunst. Naja, vereinfacht ausgedrückt. (Das würden zumindest diverse Stimmen bei uns im Institut so behaupten ...)

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