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La Massacre de los Cangrejos

Du bist, was du isst. Zum Glück nicht, wie du isst. Denn vor wenigen Stunden wurde ich eingeführt in die Welt des Flußkrebsessens. Als typisches ecuadorianisches, wobei eigentlich als eher typisch guayalikinisches (oder wie das auch immer heißt, mir fehlt gerade meiner persönliche Übersetzerin) Essen wurden mir diese kleinen Dinger vorgestellt, die eben noch fröhlich im Fluß gezappelt haben und uns im nächsten Moment schon freudestrahlend am Fischereihafen entgegenblickten. Zusammengekuschelt und praktisch zum Tragen zusammengeschnürrt freuten sie sich mit uns heim zu kommen. (Ok, eigentlich war dies ein Anblick, der eher Lust auf weniger Appetit gemacht hätte - wäre ich da empfindlich.)


Dann bei Mariakas Familie daheim angekommen, wurden sie zunächst befreit, nur um kurz danach getötet und geschrubbt zu werden. 

Sauber und kalt durften sie dann ihr letztes Solebad nehmen, mit ein paar Gewürzen und Salz und Gemüse ihre letzten Runden schwimmen. Für zehn Minuten, denn dann: Rauf auf das Brettchen. Teller gab es nicht. Dass der Tisch zuvor statt mit Tischdecke mit Zeitungspapier ausgelegt wurde, Teller durch Holsbrettchen und Besteck durch einen Hammer ersetzt wurde, war Indiz genug für das was nun kommt. Zunächst blickten sie einen noch anklagend an, dann im nächsten Moment kamen die Anweisungen: Scheren und Beine brechen! Gelenke durchbrechen! Den Panzer mit einem Hammer aufschlagen und das Fleisch rauspulen! Muy Bien! Ein richtiges Gemetzel. Ein Massaker! Aber auch ein sehr leckeres. Wobei ich auch sagen muss: ein sehr langwieriges. Bis man eine Portion zusammen hatte, die einen auch sättigte, verging etwas Zeit (was natürlich auch daran lag, dass ich immer zuviel esse und auch beim FLusskrebsessen nicht der Geschickteste war). Aber mit der Zeit kam die Übung und irgendwann war ich auch tatsächlich satt! Das sah man an den Händen, die schmutzig waren, an der improvisierten Wegwerftischdecke, die durchnässt war, aber vor allem an dem Gesamteindruck des Tisches: Er glich keinen Essenstisch mehr, er war ein einziges Schlachtfeld (Auf dem zum Glück wir, und nicht die Cangrejos die Schlacht gewonnen hatten)


P.S.: Dazu gab es Reis (wie, wie ich vermute zu allem) und eine Tomatenzwiebelsoße.

Nachtrag: Hier lächelt uns einer der leckeren Bürschen noch unberührt von seinem Brettchen an:


12.4.09 03:50
 


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bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Matthias (12.4.09 11:14)
Bei dem Anblick fällt mir nur eins ein: Und, schon Durchfall??? ;-)


Daniel selber (13.4.09 03:00)
Nee, meine Verdauung ist noch völlig fest. Aber das wird sicherlich noch in einem eigenen Eintrag erläutert werden. (keine Sorge, das wird es nicht!)


Matthias (13.4.09 22:45)
Schön, dass du "fest" schreibst und nicht "in Ordnung" oder "normal" oder "wie immer" ... das reicht mir schon, keine weiteren Details bitte! ;-)


Daniel selber (15.4.09 03:19)
naja, DU hast ja gefragt :-P

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