* Startseite     * Über...     * Archiv     * Gästebuch     * Kontakt     * Abonnieren



* Themen
     Von Schildkröten (und Einwohnern),
     Meerschweinchen (sowie anderer Nahrung)
     und dem heilsamen Kulturschock...
     Horsts Reisetagebuch

* mehr
     Galapagos - Fotoreisebericht
     Die großen Abenteuer des kleinen Horst

* Letztes Feedback






Tölpel zieht im Winter nach Süden...

...bleibt da aber, hoffentlich, länger als bis zum Sommer...

29.11.09 17:03


Werbung


versunken

Zwei Wochen ist es nun schon her, dass ich zurück nach Deutschland in die alte Heimat kam, zwei Wochen und zwei Tage, dass ich in Guayaquil in das Flugzeug stieg und eine neue Heimat hinter mir iiess.

Als die Lichter der Stadt unter mir in der Nacht versanken, kleiner und kleiner wurden, der dunkle Guayas die Lichter der Stadt fraß und selbst aufging in die Nacht, war es so, als würde auch meine Erinnerung hinter mir versinken.

Fast vier Monate zuvor landete ich in dieser Metroppole, die mir in den nächsten Monaten und Tagen viele ihrer Gesichter zeigen sollte. Ich stand im Flughafengebäude, etwas verloren und wartete, dass ich abgeholt wurde. Dann bretterten wir durch eine Stadt ohne Fahrbahnmarkierungen, hupten statt zu blinken, und rasten durch eine noch immer heiße und schwüle Abendluft. Ich aß Ananas, trank ecuadorianisches Bier und verliebte mich direkt in mein neues Zimmer, obwohl es nur ein kleines Bad hatte, in dem ich immer die Beine zur Benutzung zur Seite stellen musste, und mein Schrank leider meine Koffer waren. Aber eigentlich machte mir das gar nichts aus. Es war sowieso alles so fremd. Und das Hostel an sich war noch eine kleine Baustelle, an der wir die nächsten Tage noch rumwerkelten und in dem wir Spanisch lernten, es zumindest versuchten, und abends DVDs auf aus den Boden ausgebreiteten Matrazen schauten.

Dort auf 33C saß ich also und fragte mich, wo die Zeit geblieben war. Und hatte keine Ahnung. Auch nicht, warum ich überhaupt im Flieger saß, und nicht einfach verlängert hatte.

Doch das Hostel entwickelte sich und aus der Baustelle, in denen nur meine beiden Gastgeberinnen und ich (und Chula und manchmal noch Alejo) hausten, wurde ein gastfreundlicher Ort. Leute kamen, wohnten ein paar Tage, und verschwanden - hinterließen außer flüchtigen Erinnerungen keine Spur.

Flüchtig wie mir auch meine sonstigen Erinnerungen erscheinen.

Es gab Tage, da verließ ich mein Bett nur, um zu frühstücken und neuen Kaffee zu holen, verbrachte den Rest des Tages mit bloggen, lesen und chatten (und Kater haben). Aber ebenso gab es Tage, da verließ ich das Hostel, half hier und da, ging zum Sport, aß kurz, ging zum Praktikum und kam spät abends wieder (dies war eigentlich mein Alltag). Und dann gab es meine beiden - doch irgendwie kurzen - Reisen. Viel gesehen und viel erlebt, wenige schlimme Sachen, mehr fröhliche Sachen. Und einen traurigen Abschied.

Die Zeit habe ich noch nie verstanden, manchmal rennt sie, manchmal schleicht sie, aber im Flieger sitzend schien sie einfach verschwunden zu sein. Die Erinnerung war wie weggeblasen. Der Zweifel füllte ihre Lücken, waren das vier Monate? Und alles was da war, war der Schatten einer Erinnerung. Von vier Monaten, in denen ich ein neues Zuhause gefunden hatte, ein neues Leben.

Dann verschwand das neue Leben, und das alte setzte sich - gefühlt nahtlos - fort. Und hinterließ nur den schalen Beigeschmack eines frühen Morgens, an dem man noch krampfhaft versucht den eben geträumten Traum festzuhalten - oder zumindest einen Zipfel der Erinnerung zu fassen, bevor sie versinkt.

17.8.09 02:12


Von Stroh und Hüten

Reisebericht vorgezogen (Cuenca)

Aus Stroh geflochten ist das wohl der Exportschlager Ecuadors, neben Bananen, aber die sind ja nicht sonderlich aufregend. Der Panamahut, denn er kommt, obwohl es der Name suggerieren könnte, nicht aus Panama, sondern aus Ecuador. Und die Hauptstadt der Panamahutindustrie ist wohl das kleine Cuenca, die drittgrößte Stadt Ecuadors, und, wie ich finde, eigentlich die Schönste, sieht etwas aus wie Quito (ist auch Weltkulturerbe), ist aber um Einiges ruhiger. Und sicherer.

Zu sehen gibt es hier, wie ja scheinbar überall in Südamerika, vor allem Kirchen. Aber neben Kirchen auch noch ein kleines Hutmuseum, dort wurden wir dann eingeführt (in etwas Englisch und mehr Spanisch) in die Kunst des Hutmachens. Nachdem man zunächst Blätter der Toquilla-Pflanze pflückt, kocht und aufhängt. Dann wird es über Schwefel geröstet, wobei es dann seine typische weiße Farbe erhält. Dann werden die Blätter zerrissen, je feiner, desto teurer der Hut (ein Hut des Qualitätsmerkmals superfino kann dann auch schonmal vierstellig werden. Herstellung dauert dann statt 8 Stunden - ein normaler Hut - mal gerne 8 Tage oder länger... dann lässt sich die Textur des Hutes auch nicht mehr erkennen) und dann gewoben, in Form gebügelt, mit Wasserdampf etc.... Dann wird zur Trocknung und Festigung noch Schwefel hineingehämmert... Undankbar wie wir waren kauften wir dann im Museum keinen Hut. Man konnte nämlich nicht mit Karte zahlen.

Gingen wir also weiter, zu einer Straße an der verschiedene Hutmacher waren. Laut Lonely Planet auch einer, der schon seit seinem 8. Lebensjahr Hüte fertigt und verkauft. Ein kleiner Zwerg mit Halbglatze, der nur noch eine sehr dünne und leise Stimme hatte (wahrscheinlich etwas am Kehlkopf) Und inzwischen dürfte er über 80 sein. Ein putziger kleiner Kauz. Als wir reinkamen, stürmte er direkt auf uns zu, deutete auf Hüte in der Vitrine, dann auf meinen Hut, und versuchte sich leise zu verständigen. Eigentlich unschlüssig, witterte er direkt sein Geschäft und schleppte uns direkt mit nach oben (nachdem mir unten kein Hut passte). Ein paar Treppen rauf und schon waren wir in seinem Lager. Und da war alles voller Hüte, auf dem Boden gestapelt, sie hingen an der Wand, türmten sich auf den Tischen... Und dann wühlte er sich durch, setzte mir einen Hut nach dem anderen auf, bis mir einer passte, für 30 Dollar. Allerdings hatte er ein Lochmuster an der Seite, und das wollte ich nicht. Hat er also weiter gesucht. Und schließlich einen gefunden. Aber für 40 Dollar. Wollte ich aber auch nicht. ich wollte einen für 30! (Eigentlich wollte ich nur einen für 20, ich hatte ja auf Galapagos schon einen gekauft) Irgendwann hat er mir dann den für 30 gegeben. Was für ein Geschäft gemacht, ich bin schon ein Geschäftsmann.

Hier ist der gute XX (Name wird nachgetragen, sobald ich ihn weiß in seinem kleinen Lager. 

Jetzt bin ich also ein stolzer Besitzer eines Panamahutes. Aber zurück zum Hut.

Warum er so heißt? Und nicht Ecuadorianischer Strohhut?! Dazu gibt es verschiedene Theorien. Eine der THeorien: Als der Panamakanal gebaut wurde trugen die Arbeiter und INgenieure, zum Schutz gegen die brennende Sonne, den Hut. Und importierten ihn schließlich nach Europa. Oder Roosewelt hat ihn getragen, als er die Arbeiter am Panama besucht hat, und ein Foto machte den Hut weltbekannt. Vorher sei er unter dem Namen Jipi-Japa-hut bekannt gewesen. Klingt ja auch nicht so gut wie Panamahut. Oder wie Ecuadorhut. Das ist nämlich eine andere Theorie, dass dahinter einfach Vermarktungsstrategien steckten. Panamahut klingt einfach am besten von allen möglichen Varianten.

Ja, wie auch immer. Ich habe jetzt einen. Wie unzählige andere berühmte Träger, beispielsweise THomas Mann, die den Hund bekannt gemacht haben... yeah! Und meiner war sogar handgearbeitet... Und dann noch supergehandelt. Achja, die Farbe des Bandes hat keinerlei Bedeutung. Schwarz ist klassisch, die anderen Varianten sind halt nur Schmuck.

30.7.09 05:59


Back on the Hightimemarket!

Hola Chicas!

Ich habe eine traurige Nachricht für euch, zwischen mir und Totty, das ist aus. Ja, ich weiß, es ist schade. Wir waren so ein schönes Paar, war ja auch alles perfekt.. Auch im Bett und so, voll harmonisch... Aber sie war mir dann doch etwas zu langsam, und zu alt. Und das Entscheidende war: Mein Traum vom Haus am Strand, so ich am surfen, so voll die Wellen brechen und so, aber dann sie: Nur mit Kindern. Sie würde nur zum Kinderkriegen an den Strand gehen. Da hab ich rot gesehen. Kinder?! in meinen zarten Jahren. Neinnein! Das ging aber nicht. Aber wir wollen Freunde bleiben, haben wir uns geschworen! Richtig dicke! Sie möchte mich auch in Deutschland besuchen, wenn ich denn dann wieder da bin. Wird auch ein Abenteuer sie am Flughafen abzuholen und so. Beim Zoll. Aber bei meinem Charme?!

Naja, die ersten Tage waren hart. Ich am Strand, immer gegen den Liebeskummer antrinken. Hui, aber mit meinen neuen Schuhen. Hui! Waren die bequem. Gut, man sah dann auch immer direkt: Ui, ein deutscher Waschbär! Aber Birkenstock ist nunmal so bequem!

Von da aus ging es dann für mich weiter. Nach Quito. Also fix in den FLieger (Busfahren ist mir ja zu primitiv) und ab dafür. Zunächst mal in die Kirche... Hatte Totty auch versprochen ihr eine Kerze anzuzünden...

Das war die Basilica del Voto Nacional. Nationalkirche oder so.

Coole Sache, und nach dem Anzünden ging es dann rauf, auf die Kirche! Huah!

 

War auch nichts für Leute mit Höhenangst. Aber etwas für einen furchtlosen Waschbär war das genau das Richtige. Und  so einer bin ich ja schließlich auch!

Draussen gab es dann voll die coole Überraschung! Ich hab Egon getroffen! Meinen Kumpel aus Deutschland! Haben stundenlang über alte Zeiten gequatscht... Und dann noch Erinnerungsfotos gemacht!

Aber bitte, macht keine Witze über sein Aussehen! Wir wissen ja alle, und sehen es vor allem, dass er nicht so die Augenweide ist. Aber glaubt mir, das ist für ihn nicht so einfach. War ja schon schlimm, wenn die ganzen Chicas mir immer hinterher gepfiffen haben... Manchmal hab ich ihm aber erzählt, dass das Pfeiffen ihm galt. Da war er stolz! und etwas verschüchtert! Zum Glück hat er sich nicht getraut die anzuquatschen... Dann wär ja meine Lüge ja voll aufgefallen. Wär das peinlich geworden...


Hey Fans, hier bin ich *wink* In irgend einem von den unzähligen Klöstern aufm Brunnen!

Naja, abschließend sind Egon und ich dann zur Mitte der Welt gefahren! Voll aufregend! Ich auf der einen Seite des Äquators, Egon auf der anderen! Coole Sache in Mitad del Mundo!

Das war es dann aber auch erstmal von mir... Mehr gibts die Tage. Muss mich ja immer noch entscheiden, ob ich mit dem Daniel zurückwill... Schwierig. Müsst ich ja bald auch mal nach Guayaquil zurück...

Was meint ihr?

Waschbärenschmatzer von mir und Grüße von Egon,

Euer Horst!

26.7.09 04:33


Von den Bewohnern der Mitte der Welt und dem Eiermeister!

Reisebericht!

Etwas nachträglich hier also meine Reisebeschreibung... Meine beiden Reisen haben beide angefangen im schönen Quito, mit dem Nachtbus hin, dann Frühstück, dann Stadtgucken, dann Mittagsschläfchen, dann nochmal Stadt gucken. Die Nachtbusse waren sogar relativ bequem.(Im zweiten gab es dann sogar einen Becher Cola und eine Packung Kekse für jeden, oho!)

Quito war aber wirklich sehr schön! Laut Reiseführer die Stadt des ewigen Frühlings... Nach dem ganzen Schwitzen im feuchtschwülen Guayaquil war es wirklich angenehm mal einen Klimawechsel zu erleben. Das Wetter war beide Male leicht sonnig (ab und an mal ein Wölkchen) und angenehm warm. Probleme machte allerdings die Sonne. Da Quito auf fast 3000 Höhenmetern liegt, gab es den einen oder anderen Sonnenbrand. Aber immerhin: Nicht für mich!

Seit 1978 (als erste Stadt überhaupt) zum Weltkulturerbe der Unesco ernannt, bietet die Stadt schon einen recht schönen Anblick. Es gab vor allem Kirchen und Klöster und schöne Straßenzüge.

Das hier ist zum Beispiel La Ronda, eine Straße, aber ausnahmsweise ohne Kirche. Abends sind wir dann jeweils irgendwo in Richtung Mariscal gegangen. Dort, wo sich die ganzen TOuristen haufenweise einfinden. (Und, wo es wohl noch ein kleineres Kriminalitätsproblem gibt. Allerdings haben wir auch vermerkt Polizeipräsenz gesehen.) Schon sehr touristisch (Wobei jetzt touristisch natürlich nicht negativ zu verstehen ist. AUßer bei den Preisen, beim Abendessen haben wir ziemlich viel Geld gelassen, war aber auch lecker!).

Am nächsten Tag ging es dann zur

Mitte der Welt

nach Mitad del Mundo...


Ein Monument für die erste genaue Bestimmung des Äquators, zwischen 1979 und 1982 errichtet. Darum gruppieren sich einige Häuschen mit allerlei folkloristischem Allerlei. Und über das ganze Gelände zieht sich eine Linie, teilt es in Norden und Westen. Der Äquator?! Fast, dafür ist die Linie 240 m zu weit südich. Schade schade, aber GPS hat man ja auch noch nicht so lange erfunden. An der richtigen Äquatorlinie findet man dann aber noch ein anderes kleines Museum, das Inti Ñan-Museum (Weg der Sonne?). Errichtet auf RUinen, denn die Eingeborenen, die Inkas wie die Quichua(glaub ich)-Indianer wussten es genauer (hatten aber acuh kein GPS).

Neben einem eingelegten Penisfisch (Phantomschmerz!), einem echten Schrumpfkopf und ein paar authentischen Indianerhäusern wurde hier die "Macht des Äquators" demonstriert. Man konnte sehen, wie sich im Wasserbecken das Wasser der Kreoliskraft gehorchend im Uhr- bzw gegen den Uhrzeigersinn drehte. (Auch wenn ich zuvor im Lonely Planet gelesen habe, dass das Unsinn ist, hat es da trotzdem geklappt) Besonders interessant waren auch die anderen Experimente: Man versuchte erst neben der Linie den Daumen und Zeigefinger einer anderen Person waagerecht zusammengedrückt auseinander zu ziehen. Ging neben der Linie schwer, auf der Linie ging es fast von allein! Ähnlich auch das nächste Experiment, bei der eine Person ihre beiden Arme - die Hände gefaltet - in den Himmel streckte und eine andere Person versuchte, diese herunter zu ziehen. Klappte auf der Linie auch um einiges leichter... Faszinierend. Dann gab es noch ein Gleichgewichtsexperiment, aber dem habe ich nicht getraut. Gleichgewicht war scon als Kind nicht mein Freund...

Dank des Äquators ist es aber nirgends so einfach, ein rohes Ei auf einem Nagel zu balancieren. Nun ratet mal, wer es geschafft hat: Ich! Beide Male! Gab sogar Urkunden dafür... Muss ich mir Rahmen und eine Kopie meinen nächsten Bewerbungen beifügen...

Ha! Geschafft...

... und das in der dünnen Luft!

Bei meiner zweiten Reise ging es dann noch weiter, mit der Cambioneta Richtung Vulkan Pululahua (erloschen). Und dann in den Krater absteigen. Klingt zunächst aufregender als es ist. Der Kater war schon etwas länger erloschen, von dorther auch landwirtschaftlich genutzt. Das Ganze hat uns etwas verwirrt, rechneten wir zunächst Eintritt zu zahlen für das Naturschutzgebiet. Mussten wir aber nicht. Zumindest wollte keiner Geld sehen. Also machten wir uns an den Abstieg. Aussicht war auch sehr schön, der Weg allerdings sehr steil.

Blauäugier Weise rechneten wir auch den ganzen Abstieg damit, dass es am Ende bestimmt irgendwie anders wieder hoch ginge. Irgendwie. Ohne Muskelkraft. Busse zurück nach Quito oder ähnliches. Unten angekommen gingen wir ein wenig den Schotterweg entlang, an verschiedenen Hütten und Hostels, aber war nicht sonderlich viel los. Und Busse gab es auch nicht. Also: Zurück und wandern! Und das in der dünnen Luft... Gegen Abend wurde es dann noch kühler. Und wir waren froh im Auto zurück nach Quito zu sitzen. Dann ging es in QUito noch weit hoch über die Stadt mit dem TeleferiCo auf den Pichincha auf 4100 Meter. Inklusive einem weiten Blick über Quito und die Berge, und die ganzen Vulkane, die in der Ferne thronten: den Cotopaxi, den Altar und den Tungurahua. Bilder habe ich gerade keine, denn als wir oben waren, war es schon dunkel, und sehr sehr kalt.

(Leider musste ich ja den 8Usd-Erwachsenentarif zahlen. Als die Freundin unseres privaten Fremdenführers für mich den Teenagertarif abrechnen wollte, meinte doch ihr Arbeitskollege: Der sieht aber nicht mehr aus wie ein Teenager. SOnderlich freundlich zu Touristen sind die hier wohl nicht!)

Auf Grund der dünnen Luft und der frostigen Höhenkälte war dann zunächst etwas Aufwärmen im Secret Garden (unserem Hostel) nötig. Danach ging es dann für mich zumindest noch weiter. Party machen. Zumindest klein. Bis 3 Uhr nachts oder so. Und dann am nächsten Morgen in aller Frühe zum nächsten Ziel:

Latakunga!

24.7.09 04:06


Nahrungsforschung abgeschlossen!

Achtung! Leute mit sanften Gemütern und empfindlichen Mägen, bitte diesen Eintrag nicht lesen... Und erst recht: Nicht das Foto ansehen!

Es geschah also in Riobamba... auf dem Weg von Banos nach Cuenca hieß es noch einmal umsteigen. Wir hatten allerdings noch etwas Freizeit, bis unser Zug fuhr, da meldete sich unser Hunger. Schlenderten wir also etwas am Busbahnhof entlang, an der Straße vor dem Eingang, an dem es einige Restaurants und Imbisse gab, und wir fanden schließlich eines, dessen Namen ich aber leider wieder vergessen habe. Es war eine kleine Kette, ähnlich wie McDonalds, nur in kleiner und ecuadorianischer, mit einheimischem Essen.

Denn das habe ich nicht vergessen, es gab: cuy! Cuy ist der spanische (zumindest der ecuadorianischspanische Name, ich glaube in der Spanien-spanischen Varietät heißen die anders) Name für Meerschweinchen. Ethymologie des Namens, so erzählte uns unser Führer im Inti Ñan-Museum bei Quito ist das Geräusch, das diese kleinen, putzigen Dinger machen, wenn sie jemanden mit böser Energie zu sich kommen sehen. Im Andenraum ist das wohl eine weit verbreitete Speise. Und relativ teuer. Im Dorf Mitad del Mundo zahlte man 15Dollar für ein wenig Schwein. Auch in CUenca im Restaurant wäre das ganze etwas teurer gewesen. Straßenstände, die mir so oft beschrieben wurden, an den man das Schweinchen auf dem Spieß sehen konnte, habe ich leider auch nicht gefunden...

Also hieß es für mich: Bestellen! Ann-Katrin bestellte sich Kartoffeln mit... Ja, mit was? Das spanische Wort kannte ich nicht, sie auch nicht, und als das Essen dann eintraf überkam sie die Neugier, was sie denn bestellt hatte, und es verließ sie der Apetit, was sie da bestellt hatte, nachdem sie gelesen hat, was es war. Lecker: Haut! Zumindest Mitschuld an der plötzlichen Diät- und Fastenlust hatte aber mein Teller:

Hmmmmmmm. Der Kellner hat das freundlicher Weise auch so hingestellt, dass das Meerschwein sie anguckt. Mit seinem Zähnchen noch lächelt. Und einzelne Härchen waren auch noch zu sehen.

Wobei mich der Geschmack, was ich jetzt ehrlicher Weise zugeben muss, hat mich nicht umgehauen, und, der Verdacht den man begründeterweise haben kann, bestätigt sich: Ist nicht viel dran! An Fleisch. Ich wüßte nichtmals wie ich den Geschmack beschreiben sollte. Viele sagen: "schmeckt wie Hühnchen", fand ich aber gar nicht. Vielleicht etwas. 

Kann man aber essen, muss man aber auch nicht. Höchstens vielleicht noch einmal für die 15 Dollar, vielleicht unterscheidet sich ja die Zubereitung und daher acuh der Geschmack und die Menge des Fleisches, das man serviert bekommt. EIn Unterschied von 5 zu 15Usd könnte man eventuell ja schon schmecken.

So, also denn: Nahrungsforschung abgeschlossen und ich habe nun wahrscheinlich einige Blogleser weniger...

23.7.09 03:06


Von Schildkröten und Frauenhelden...

Hey Fans,

Ich weiß, es kommt euch wie eine EWIGKEIT vor, dass ihr zuletzt etwas von mir gehört habt (so geht es nämlich jedem, der ein paar Stunden nichts von mir gehört hat...)!

Mein FLug nach Galapagos verlief so weit ganz ruhig, hab ein wenig mit den Stewardessen geschäkert und mich ansonsten gut benommen! Aber dann, hui, am Flughafen, da wurde es dann echt gefährlich für mich! Von wegen: Tiereinfuhrverbot von Nicht-einheimischen-Tieren! Nazikram! Aber Horst wär ja nicht Horst, wenn er sich nicht einfach fix im FLugzeug in der Tasche so 'ner reiferen Amidame versteckt hat. Dann, als sie ihr Gepäck überprüft haben, schnell rausgeflutscht, unter den Tisch und weiter. Dummerweise hat mich dann eine von den Sicherheitsdamen erwischt. Sie wagte es doch tatsächlich dann noch, eine Waffe auf mich (AUF MICH! HORST!) zu richten... Ich ganz cool: "Hola Chica! QUE TAL?" und ihr meinen aufreizendsten Augenaufschlag geschenkt (jau, ihr wisst schon, genau den! den mit Feuer und Glut!) und dann schmolz sie dahin und tat so, als hätte sie mich nicht gesehen... War relativ schwer zu glauben, ihre schmachtenden Blicke fühlte ich noch Kilometerentfernt in meinem Rücken. Und wie sie mich mit den AUgen auszoog...  Schlimm!

Mein Getingel über die Inseln startete dann also... Immer aufpassen, dass mich keiner von diesen Offiziellen sieht... Hätten mir ja auch direkt wieder des Landes verwiesen... Naja, nach ein wenig rumreisen fand ich sie dann, endlich! SIE!

Ich fuhr über Santa Cruz, schlich mich in so ne Touristengruppe, heimlich. Und dann sprang ich ab. Ich hatte keine AHnung wo ich war, aber mir war nach Abenteuer! Nach Wildnis! Nicht nach diesem üblichen Touristenmüll. Also erkundete ich allen die Insel. Und da stand sie da: Meine Tortuga! Allein auf einer weiten Wieso, und sie fraß leckeres grünes Gras. WIe sie mir zuzwinkerte! Hui! Es war Lebe auf den ersten Blick. Als sie mich sah, ganz schüchtern und so, erstmal mit dem Kopf zurück in den Panzer. Aber von wegen schüchtern, bin dann hinterher und dann haben wir den ganzen Panzer zum Beben gebracht!Schildkröten haben ja dann auch gerne beim Paaren 5 Stunden Action...

Hier wir beide dann reichlich erschöpft! Aber glücklich!

Wir erlebten die ersten Tage so viele schöne Sachen zusammen, wie ich auf ihrem Rückenpanzer in den Sonnenuntergang ritten, wir uns genüßlich einen Grashalm knabberten... und immer wieder diese magischen 5 Stunden. Das kann so einen kleinen Waschbären wie mich aber auch ganz schön schlauchen! 

Unsere Beziehung ist purer Zauber, pure Magie! Pure und reinste Liebe! Und abends, am Lagerfeuer, oder wenn wir es uns zu zweit bei ihr im Panzer gemütlich machen, erzählt sie mir immer von ihrem langen Leben, sie ist ja auch schon bald furchtbr alt! Ihr Vater soll weit über 100 geworden sein! Boah! Und sie ist so klug! Glaub ich, ich weiß es leider nicht so genau. Sie kann ja nur spanisch, und ich, ich bin ja auch ein leider viel zu deutscher Waschbär, der sich nie die Mühe gemacht hat, eine Fremdsprache zu lernen...

So, aber jetzt gehts zurück zu meiner Totty! 

Bald gibts mehr! Vielleicht acuh romantische Sonnenuntergangsfotos! (Aber keine schweinischen!)

Waschbärenschmatzer vom Horst!

22.7.09 03:24


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung